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Strenge Regeln im Königreich der Klimaschützer

Strenge Regeln im Königreich der Klimaschützer

Für britische Gebäude zählt die gesamte Energieeffizienz

Von Gerd Mischler

Seit dem 1. Mai müssen Bauherren in Großbritannien nachweisen, dass ihre Immobilie umwelt- und klimafreundlich ist. Anders als der deutsche Energiepass hebt die Zertifizierung nach dem britischen „Code for Sustainable Homes“ jedoch nicht nur darauf ab, wie viel Energie zur Heizung und Warmwasserbereitung eines Gebäudes erforderlich ist und wie viel Kohlendioxid dabei anfällt. Die Briten wollen auch wissen, welche Auswirkungen Bau, Betrieb und Unterhalt der Immobilie auf die Umwelt insgesamt haben.

Dabei geht die Energieeffizienz eines Hauses zwar mit bis zu 36,4 Prozent in die Berechnung ein. Die Briten punkten auch durch die Nutzung von Regenwasser oder wenn sie im Gebäude Räume vorsehen, die sich als Home-Offices oder Fahrradabstellräume nutzen lassen. Denn entsprechende Einrichtungen leisten nach Ansicht der britischen Behörden einen wichtigen Beitrag zur Verringerung des Kohlendioxidausstoßes im Verkehr. Wer dagegen ein Schwimmbad im Garten oder einen Whirlpool im Keller hat, muss auf sämtliche Punkte verzichten, die er in der Sparte Wassermanagement sammeln könnte.

Da bis zu zehn Prozent allen in Großbritannien emittierten Kohlendioxids bei der Herstellung und dem Transport von Baustoffen anfällt, honoriert der Code auch den Einsatz klimaschonender und nachhaltiger Baustoffe. Besonders großen Wert legt der Code darauf, dass Holz, egal ob es aus dem Vereinigten Königreich, der EU oder den Lieferländern von Tropenholz kommt, nach den in den jeweiligen Ländern geltenden Rechtsnormen geschlagen wurde. Die britische Regierung will bei eigenen Bauprojekten bereits ab kommendem Jahr nur noch Holz aus kontrolliertem Anbau einsetzen.

Ab kommendem Jahr muss jeder britische Immobilieneigentümer auch die Energiebilanz seines Gebäudes zertifizieren lassen. Für größere Eigenheime sind entsprechende Energieausweise bereits seit August 2007 Pflicht. Beide Maßnahmen sind Bestandteil der Strategie, mit deren Hilfe Großbritannien die Klimaschutzziele der EU erreichen will. Um das zu schaffen, will London schon in zwei Jahren nur noch Neubauten genehmigen, deren Energieeffizienz mindestens 20 Prozent über dem Baustandard des Jahres 2000 liegt.

„Ebenfalls 2010 und dann nochmals 2013 verschärfen wir außerdem die Bauvorschriften so, dass wir ab 2016 nur noch CO2-neutrale Wohnhäuser bauen“, erklärt der britische Wirtschaftsminister John Hutton.

 

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